Ein bisschen Heimat in der Ferne

Der Trip nach Blumenau hat sich definitiv gelohnt! Es war seeeehr witzig viele Brasilianer in Dirndl und (Fake-?)Lederhosen zu sehen. Auch wenn ich nicht aus Bayern komme, hatte das ganze doch etwas heimatliches 😀

Eine klasse Kombination: Deutsche Bierkultur und brasilianische Leichtfüßigkeit. Ich hab mich richtig gefreut, als ich erlebt habe, wie die Brasilianer, die ja ein sehr fröhliches und lustiges Volk sind, zu deutschen (Oktoberfest- oder auch Karnevals-) Liedern gefeiert haben. Die sind da richtig drauf abgegangen! Interessant war auch die Architektur in deutschem Stil vor der Kulisse von Palmen 😀 Auch wenn in Blumenau selber kaum noch echte, alte Häuser stehen, sondern das meiste in den 70ern wohl abgerissen und neugebaut wurde. Dabei sollten „deutsche“ Häuser entstehen, das ganze ist dann teilweise aber eben nur Fassade und künstlich. Ich war aber auch in Vila Ipoutava, wo angeblich noch 90% der Leute Deutsch sprechen und wo auch noch wirklich die ursprünglichen deutschen Häuser stehen. Auf der Rückfahrt im Bus, hab ich dann auch zwei alte Frauen gesehen, die sich in perfektem Deutsch unterhielten, aber offensichtlich von dort waren. Zu erkennen an der brasilianischen Gestik!

Insgesamt fand ich also diese Mischung aus Brasilien und Deutschland faszinierend.

Ein Brasilianer und ein Deutscher…

 

Es gab nachmittags eine Parade, die schwer an deutsche Karnevalszüge erinnerte, mit der einzigen Ausnahme, dass alle oktoberfestmäßig verkleidet waren. Bilder und Video siehe unten.

Abends war dann Oktoberfestparty angesagt. Das ganze findet auf einem großen Gelände mit 3 riesen Hallen statt, die von innen dann auch in etwa so eingerichtet sind, wie die echten Oktoberfestzelte. Es gibt viele Brauereien, die nach deutschem Reinheitsgebot brauen und deutsche Namen haben. Sehr lustig. Das beste Bier heißt, wie schon erwähnt, Eisenbahn. Es gab aber auch Wunderbier (obwohl ich ein Wunderbier getrunken habe, habe ich am nächsten Tag kein blaues Wunder erlebt ;-)), Opa Bier, „Das Bier“ und „Schornstein“. Unterschied zum original Oktoberfest: Alle diese Brauereien sind in dem selben „Festzelt“, anstatt dass jede Brauerei ihre eigene Party organisiert. Die Liveband hat in akzentfreiem Deutsch gesunden. Bin mir nicht sicher, ob die eingeflogen waren, oder einfach Leute von dort mit deutscher Abstammung, denn die konnten auch Portugiesisch. Ob das allerdings gut war, kann ICH ja schlecht beurteilen 😉 Von den Deutsstämmigen gibt es recht viele in Blumenau und Umgebung und einige sprechen wohl auch noch Deutsch. In der jüngeren Generation geht diese Kultur allerdings leider etwas den Bach hinunter…

Untergekommen bin ich über Couchsurfing bei Fabiano. Der war auch super nett, hat uns abgeholt und seinen ganzen Freunden vorgestellt, die auch etwas crazy waren 😀 Auf jeden Fall ein sehr cooler Abend! Bei ihm zu hause, wurden wir super herzlich empfangen, haben direkt 3 verschiedene Kuchen serviert bekommen und am nächsten Tag auch noch ein sehr leckeres Mittagessen genossen 😉 Seeeeehr nette Familie! Der Vater wollte dann auch noch, dass ich am besten eins von den Mädels, die gleichzeitig auch noch zu Gast da waren, mit nach Deutschland nehme 😀

„Gast“familie und ein paar der anderen Gäste (nicht alle)

Zurück gings dann auch etwas flotter mit Azul, einer ziemlich neuen brasilianischen Billigairline. Im Vergleich zu meinen „Freunden“ von Ryanair, ist Azul aber noch richtiger Luxus: Man darf 23kg + 5kg Handgepäck mitnehmen. Es gibt nen Snack und Getränk und zum Entertainment 6 Fernsehsender. Außerdem kam der Flug pünktlich an. Das ganze für 32 Euro. Da kann keiner meckern 😉

Hier sind zwei Videos

Von der Parade:

Und von der Party:

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12. Oktober 2010 von Chris
Kategorien: Allgemein, Blumenau, Der Anfang, Persönliche Erfahrungen | Schlagwörter: , , , , | 2 Kommentare