Betrogen, überfallen, ausgeraubt…

Bin zurück aus Rio!

Und NEIN, ich wurde weder betrogen oder überfallen, noch ausgeraubt…Ich bin ja mit gemischten Gefühlen da hin, weil man so viel schlimmes liest, aber ich fühlte mich da keineswegs unsicher oder sonst wie bedroht! Einfach eine geile Stadt! Zu Recht a cidade maravilhosa genannt!

Prinzipiell wie jede Großstadt am Meer, aber irgendwie besser 😀 Der Unterschied zu unseren Mittelmeeranrainern: Sehr grün ohne künstliche Bewässerung.

Was hab ich alles erlebt? Hmmm ich versuchs mal kurz zu machen.

Freitag Abend mit Leuten vom Hotel zu ner Samba-Show gegangen, die natürlich klar auf Touristen abgerichtet war, aber war trotzdem ganz interessant und unterhaltsam. War auch was für die Augen 😀 An dem Abend hab ich mich jedenfalls noch nicht alleine raus getraut. Vorher ging es übrigens noch in eine Churrascaria. So viel Fleisch wie dort hab ich glaub ich noch nie an einem Tag gegessen. Da wurde einmal das komplette Rind rauf und runter serviert! Kam immer so ein Kerl mit nem Dönerspiess an, mit dem Unterschied, dass da 1A Fleisch drauf war, nicht so ne Dönerpampe und hat einem ne Scheibe abgeschnitten. Ob man wollte oder nicht. 😀 Das Ganze für 20 Reais, das sind etwa 8 Euro, bei schlechtem Wechselkurs.

Alleine geschlafen hab ich auch nicht. Ich hatte nette Gesellschaft von Ameisen, die aber brav auf dem Boden geblieben sind und nicht zu mir ins Bett gekrochen 😉

Am Samstag war dann Stadtführung mit nem Deutschen, der vor über 20 Jahren dahin ausgewandert ist, angesagt. War aber eben nicht so eine Standardstadtführung mit nem Bus einmal an den Tourismus-Hotspots vorbei,  sondern mehr in die Gegenden, die man sonst nicht so besucht und viele Ausblicke über die Stadt.

Als erstes gings in ne (seiner Meinung nach relativ harmlose) Favela, obwohl ich eigentlich KEINE Favela Tour geplant hatte. Bin im Nachhinein aber froh, dass wir da waren, denn es war nur bedingt so, wie man sich es dort vorstellt. Schwer zu beschreiben. Jedenfalls lagen da nicht nur arme Leute in der Ecke oder ähnlichem, sondern es findet dort „ganz normales“ soziales Zusammenleben statt.
Natürlich sind die Verhältnisse sehr arm und die „Häuschen“ sehr abenteuerlich und verwinkelt zusammen geschachtelt, aber es war irgendwie anders als erwartet… Schießereien gab es auch keine. Stattdessen stand viel Polizei, die bis an die Zähne bewaffnet war rum. Die sind da wohl mittlerweile fest stationiert. War dann doch etwas spannend, aber wie gesagt, nix passiert.
Von der Favela aus hat man übrigens einen super Blick über die reiche Südzone der Stadt!

Dann gings einmal rum um die Stadt, erstmal entlang der Küste. Dann wollten wir durch den Tijuca Park rüber auf die andere Seite und zum Corcovado rauf. Daraus wurde aber nichts, da alle Wege dort oben von Erdrutschen verschüttet waren, wegen des starken Regens letzte Woche. So hab ich dann statt Christus-Statue (die zur Zeit auch noch eingerüstet ist zwecks Renovierung) ne Menge Matsch und Lehm und Chaos gesehen. So sieht man die Gegend auch nicht alle Tage ^^

Dann gings noch ins Zentrum, nach Santa Teresa (Hippie und Künstler Viertel) und ein paar andere Gegenden.

Abends war ich dann noch auf eigene Faust in Lapa unterwegs, so ne Art Pontstraße (Aachen) oder ähnliches. Zur Zeit das angesagteste Ausgehviertel da. Lag ziemlich weit weg von der Gegend wo ich residierte, bin mit der Metro hingefahren, was auch problemlos ging. Der Guide hatte mir gesagt, dass ich dann auf dem Weg von der Metro zu diesem Viertel etwas aufpassen sollte, aber ist auch nix passiert.
In Lapa stand auch wieder viel Polizei rum. An jeder zweiten Ecke ein Streifenwagen inkl. zwei bewaffneter Polizisten. Man kann darüber geteilter Meinung sein: Entweder man fühlt sich auf Grund der Polizei sicher oder man fühlt sich aufgrund der enormen Waffenpräsenz irgendwie bedroht und fragt sich, weshalb die da stehen… In Lapa hab ich dann meine neue Lieblingspizza kennengelernt.
Aufgepasst Herr B.: Mit Bananen und Ananas drauf und natürlich gut Käse 😉 Seeeehr geil!

Sonntag hab ich mir nen Fahrrad geliehen. Die beim Verleih sind sehr gutgläubig. Ich hatte keinen Pass dabei und die wollten auch kein Pfand oder ähnliches. Haben mich nur drauf hingewiesen auf jeden Fall das Rad pünktlich zurück zu bringen. Hab ich natürlich auch gemacht! Sonntags mit dem Rad in Rio ist eigentlich die beste Möglichkeit um die Stadt richtig zu erleben. Entlang der Strände (von Leblon über Ipanema bis Copacabana) gibt es einen Fahrradweg und sonntags ist die eine Seite der Hauptstraße für Autos gesperrt.
Dann sind da anscheinend nicht nur Touristen sondern auch die Cariocas (wie die Bewohner von Rio heißen) unterwegs. Ein buntes Treiben 😀 Bin dann bis zum Zuckerhut geradelt, da rauf gefahren, ne Menge Fotos gemacht, wieder runter, mit dem Rad noch am Strand rumgecruist, am Strand gechillt und abends gings dann leider schon zurück nach Sao Paulo.

Ich hatte auch mit dem Wetter Glück, Freitag Abend hat es noch geregnet, aber Samstag und vor allem Sonntag war wieder eitel Sonnenschein. Das spiegelt sich jetzt auch auf meiner Stirn wieder…:D Trotz dick Sonnencreme.

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12. April 2010 von Chris
Kategorien: Der Anfang, Kulinarisch, Persönliche Erfahrungen, Urlaub | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar